"Patentarisierungen" PDF Print E-mail

In diesem Projekt werden sogenannte "Patent-Arisierungen" von als jüdisch geltenden ErfinderInnen während der NS-Herrschaft erforscht. "Patente" wurden als immaterielles Vermögen von der bisherigen Forschung eher als Randthema wahrgenommen, obwohl der NS-Machtapparat (lt. Quellenlage) der Thematik einen hohen Stellenwert beimaß. Neben einer umfassenden statistischen Auswertung, fußend auf Publikationen des Österreichischen Patentamtes, werden strukturelle Gemeinsamkeiten und "Arisierungsabläufe" beleuchtet sowie eine Gesamtdarstellung der "Patent-Arisierungen" vorgenommen. Zusätzlich sollen jene Schicksale die einigermaßen rekonstruierbar sind exemplarisch nacherzählt werden, um die Menschen hinter all diesen Zahlen und Fakten sichtbar zu machen.

Einige Forschungsfragen werden sich erst im Zuge der Arbeit mit den Quellen näher bestimmen lassen. Dennoch wird insbesondere folgenden Fragen nachgegangen:

  • Haben sich auch ausländische Firmen/Personen außerhalb des NS-Machtbereiches an „Patent-Arisierungen" beteiligt?
  • Bestand ein standardisiertes Verfahren zur "Arisierung" von als jüdisch geltenden Patenten, ähnlich den geregelten Abläufen bei Liegenschaften, Unternehmen, usw.?
  • Wie wurden die Vermögenswerte der Patente festgestellt?
  • Wurden Patente in den Verfahren der Rückstellungskommission ausreichend berücksichtigt?
  • Nationale Patent-Verschiebungen: Wie viele Patente österreichischer ErfinderInnen oder Firmen wanderten während der NS-Zeit ins „Altreich" bzw. ins Ausland?
 
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